Ein Igel sitzt in einem naturnahen Garten neben einer Schale Katzen-Nassfutter und einer Wasserschale.

Igelglück · Schnellwissen am Futterhaus

Was darf ein Igel fressen?

Ein naturnaher Garten ist die beste Hilfe. Wenn Zufüttern sinnvoll ist, zählen das richtige Futter, sauberes Wasser und konsequente Hygiene.

01
Fleischreich fütternKatzen-Nassfutter ohne Soße oder Gelee
02
Wasser bereitstellenFrisch, flach und standfest – niemals Milch
03
Morgens aufräumenReste entfernen, Schalen heiß reinigen

Zufüttern mit Augenmaß

Nicht jeder Igel braucht einen vollen Napf

Freilebende Igel sind Wildtiere. In nahrungsarmen Zeiten – besonders im Frühjahr nach dem Winterschlaf und im Herbst – kann eine zeitweise Zufütterung magere Tiere unterstützen. Eine dauerhafte Ganzjahresfütterung ersetzt keinen lebendigen Garten und erhöht an schlecht gepflegten Futterplätzen das Risiko, Krankheiten weiterzugeben.

Eine gute Basis

Das darf in den Napf

  • Hochwertiges Katzen-Nassfutter Hoher Fleischanteil, möglichst getreidefrei, ohne Soße oder Gelee.
  • Frisches Wasser In einer flachen, standfesten Schale – täglich wechseln.
  • Gelegentliche Abwechslung Vollständig gestocktes, ungewürztes Rührei oder gegartes, ungewürztes Rinderhack.
Bitte weglassen

Das schadet oder passt nicht

  • Milch und Milchprodukte Igel vertragen den Milchzucker nicht; schwere Verdauungsprobleme können die Folge sein.
  • Obst, Gemüse, Nüsse und Brot Auch Rosinen, Haferflocken und Körnermischungen gehören nicht auf den Speiseplan.
  • Rohes oder gewürztes Fleisch Ebenso ungeeignet: Küchenreste, Hundefutter und Mehlwürmer als Alleinfutter.

Schnell nachschauen

Der Napf-Check

Tippe ein Lebensmittel ein oder filtere die Liste. Im Zweifel gilt: schlicht, fleischreich, ungewürzt.

13 Einträge

Geeignet

Katzen-Nassfutter

Mit hohem Fleischanteil, ohne Soße oder Gelee; möglichst getreidefrei.

Geeignet

Frisches Wasser

Immer in einer flachen, standfesten und sauberen Schale anbieten.

Gelegentlich

Rührei

Vollständig gestockt und ohne Salz, Gewürze, Milch oder Fett zubereitet.

Gelegentlich

Gegartes Rinderhack

Nur vollständig gegart und ungewürzt als Abwechslung.

Ergänzend

Katzen-Trockenfutter

Fleischreich wählen und immer ausreichend frisches Wasser dazustellen.

Nicht geben

Milch & Milchprodukte

Milchzucker wird nicht vertragen und kann schwere Verdauungsprobleme auslösen.

Nicht geben

Obst & Trockenobst

Igel sind keine Obstfresser – auch Rosinen gehören nicht in den Napf.

Nicht geben

Gemüse

Der Verdauungstrakt des Igels ist darauf nicht ausgelegt.

Nicht geben

Nüsse & Samen

Sie passen nicht zur natürlichen Ernährung und sind keine geeignete Energiequelle.

Nicht geben

Brot & Getreide

Macht satt, versorgt den Insektenfresser aber nicht passend.

Nicht geben

Hundefutter

NABU rät wegen der meist ungünstigeren Protein- und Kohlenhydratzusammensetzung davon ab.

Nicht geben

Rohes Fleisch

Wenn Fleisch angeboten wird, dann vollständig gegart und ungewürzt.

Nicht allein füttern

Mehlwürmer

Als Alleinfutter ungeeignet; das Calcium-Phosphor-Verhältnis kann ernsthafte Probleme verursachen.

Ein Igel betritt eine überdachte Futterstelle aus unbehandeltem Holz mit zwei flachen Schalen.

Sauber und geschützt

Eine gute Futterstelle in fünf Schritten

  1. 1

    Erst abends füttern. Stelle frisches Futter in der Dämmerung bereit.

  2. 2

    Zwei flache Schalen nutzen. Eine für Futter, eine nur für Wasser.

  3. 3

    Vor Mitfressern schützen. Ein regensicheres Futterhaus mit Labyrintheingang oder Rattenklappe hilft.

  4. 4

    Jeden Morgen sauber machen. Reste entsorgen und beide Schalen heiß spülen.

  5. 5

    Nur so lange wie nötig. Nicht automatisch über das ganze Jahr weiterfüttern.

Orientierung nach aktion tier – Igelzentrum Niedersachsen und NABU.

Hinsehen statt vorschnell einsammeln

Wann ein Igel wirklich Hilfe braucht

Tagesaktivität ist ein Warnsignal, aber allein noch keine Diagnose. Entscheidend ist der Zustand des Tieres. Bei diesen Zeichen bitte sichern und fachkundigen Rat holen:

Verletzt oder befallen

Blut, offene Wunden, Humpeln, Fliegeneier oder Maden sind akute Alarmzeichen.

Schwach oder auffällig

Taumeln, Apathie, stark eingefallene Flanken, Atemprobleme oder fehlendes Einrollen.

Unterkühlt

Fühlt sich die Bauchseite kälter als die eigene Hand an, braucht der Igel Wärme und Beratung.

Verwaiste Säuglinge

Sehr kleine, geschlossene Augen, außerhalb des Nests oder anhaltendes Fiepen: nicht abwarten.

Erste Schritte

Sichern, dokumentieren, anrufen

  1. Mit Handschuhen oder Handtuch aufnehmen und in einen hohen Karton setzen.
  2. Fundort, Uhrzeit, Gewicht und Auffälligkeiten notieren; ein Foto machen.
  3. Unterkühlte Tiere mit einer handwarmen, eingewickelten Wärmflasche wärmen.
  4. Keine Medikamente, Spot-ons oder Zwangsfütterung auf eigene Faust.
  5. Igelstation oder igelkundige Tierarztpraxis kontaktieren.

Rechtlich wichtig: Verletzte, hilflose oder kranke Wildtiere dürfen zur Gesundpflege aufgenommen werden. Sobald sie sich selbstständig erhalten können, müssen sie unverzüglich wieder freigelassen werden. § 45 Abs. 5 BNatSchG

Vereine, Stationen & Fachseiten

Hilfe finden, bevor du losfährst

Igelhilfen arbeiten meist ehrenamtlich und sind saisonal schnell ausgelastet. Bitte immer zuerst anrufen oder schreiben und einen Fundigel nur nach Absprache hinbringen. Die beiden Verzeichnisse führen am schnellsten zu einer aktuellen Anlaufstelle in der Nähe.

Nord

Niedersachsen, Bremen, Hamburg, Schleswig-Holstein & MV

Die nachhaltigste Hilfe

Mach den Garten zum natürlichen Buffet

Igel leben überwiegend nachts und suchen Käfer, Larven, Ohrwürmer, Tausendfüßler und Spinnen. Wo diese Beutetiere leben, wird Zufüttern seltener nötig.

Laub & Reisig lassen

Ruhige Ecken bieten Nahrung, Deckung und Material für Nester.

Durchgänge schaffen

Kleine Öffnungen im Zaun verbinden nächtliche Streifgebiete.

Gefahren entschärfen

Schächte abdecken, Teiche mit Ausstieg versehen und Netze nicht am Boden liegen lassen.

Nachts nicht mähen

Mähroboter und Motorsensen können im Dunkeln versteckte Igel schwer verletzen.

Nachgelesen

Fachquellen

Redaktioneller Stand: 5. September 2026. Bei Krankheit oder Verletzung zählt immer die Einschätzung einer fachkundigen Stelle.